Montag, 2. Mai 2005

14. Etappe: Kurze Pause

Von Bad Schwartau nach Kreuzkamp am Hemmelsdorfer See
Gegen halb zehn verlassen wir unsere Herberge und gehen langsam und gemütlich durch den naturbelassenen Auenwald der Schwartau. Das Wetter ist schwülwarm, da es nächtens geregnet hat.

Neles Beinmuskulatur will noch nicht so recht, und bei mir kränkelts ein wenig im Hals. Dennoch fühlen wir uns aktiv und sportlich, da die meisten unserer Mitmenschen wohl noch verkatert vom Tanz in den Mai in ihren Betten liegen.

Wir wandern, wenig miteinander sprechend, mit gebeugtem Kopf vor uns hin, erholen uns kurz auf einer Ruhebank, telefonieren ein wenig, und zockeln dann gemächlich weiter.

Um 13 Uhr erreichen wir den kleinen Ort Kreuzkamp und entdecken dort ein zunächst harmlos aussehendes Wirtshaus. Wir treten ein, und werden von der dort anwesenden Menschenansammlung beinahe erschlagen. Der Kellner teilt uns mit, daß es sich hierbei um lediglich 5 schwedische Reisebusse handele, die nur zum Mittagessen kämen, und das wäre noch gar nichts, übernächsten Sonntag kämen 7 Busse.

So langsam kehrt jedoch Ruhe im Lokal ein, die Schwedinnen gehen alle gleichzeitig nochmal eben aufs Klöchen, so daß die Toilettenwarteschlange bis in den Eßsaal hinausreicht, und schon sind alle 5 Busse von dannen.

13. Etappe: Der falsche Weg

Von Wintershagen nach Bad Schwartau
Gutgelaunt und frisch gestärkt von einem reichhaltigen Frühstück verlassen wir unsere Pension mit der Ankündigung der Inhaberin, daß einem diesigen Morgen an der See meist ein sonniger Tag folge.

Schon nach wenigen hundert Metern - wir sind wohl noch etwas verträumt - verlaufen wir uns zum ersten Mal auf unserer Wanderung. Nach fünfhundert Metern bemerken wir unseren Irrtum und gehen zurück bis zur letzten Wegmarkierung, und diesmal finden wir den richtigen Abzweig, ein etwas vergilbtes, altersschwaches X.

Es geht durch einige kleine Ortschaften, allerdings meist auf asphaltierten Strassen oder zu breiten Waldwegen. Immer, wenn ein besonders hübscher und schmaler Waldpfad zum Abbiegen auffordert, werden wir von unserer E1-Markierung zurechtgewiesen. Vielleicht geht der für die Routenführung zuständige regionale Wanderverein davon aus, daß auf Fernwanderwegen immer nur Horden von 50 bis 100 Personen unterwegs sind.

Auch die Reiter können hier nicht tun was sie wollen. An jedem interessanten Wegstück prangt ein durchgestrichenes Hufeisen: Reiten verboten!

Wir kommen zügig voran, und erreichen nach 9 trockenen Wanderstunden und 30 zurückgelegten Kilometern unseren Zielort Bad Schwartau, wo bereits die Vorbereitungen zum Tanz in den Mai in vollem Gange sind, wie wir am wohligen Grillwürstchengeruch erkennen können.