Freitag, 6. Mai 2005

18. Etappe: Vatertag

Von Mölln nach Güster
Wir schreiben den 5.5.2005, es ist Donnerstag, der Himmel bayrisch-weißblau, und alles ist unterwegs, auch auf "unserem" E1-Wanderweg, denn es ist Christi Himmelfahrt, mittlerweile besser bekannt als "Vatertag".

Und was machen Väter an diesem Tag?

Nun, Nele und ich, wir wissen es jetzt verdammt genau!

Im Vorfeld des Vatertages verabreden sich Männer diversen Alters zum hochheiligen und kulturfördernden Bollerwagenkauf nebst Füllung desselbigen mit isotonischem Fitnessgerstensaft sowie vitaminreichem Obstkonzentratdestillats. Nach vollzogener Erstverabredung wird die eigentliche Zusammenkunft auf 11 Uhr am Vatertag festgelegt. Die Regeln: alle zu Fuß, und kein Weibsvolk!

Und wenn dann endlich dieser ersehnte Zeitpunkt gekommen ist und die Gassen und Waldwege im Schall quietschender Bollerwagen und grölender Männerstimmen widerhallen, ja dann ist die Seele eines Vaters endlich wieder im Gleichgewicht, und alles wird gut.

Und gegen Ende eines anstrengenden Vatertages verabschiedet man sich mit einer groben Festlegung zur Neubefüllung des geliebten Getränkegefährts fürs nächste Jahr. Vorreude ist halt die schönste Freude.

17. Etappe: Wanderkollegen

Von Ratzeburg nach Mölln
So langsam scheint die Fernwandersaison zu beginnen. Schon morgens beim Frühstück in der jugendfreien Jugendherberge Ratzeburg lernten wir ein Ehepaar aus Frankfurt kennen, welches den E1 vor 25 Jahren in südlicher Richtung und dieses Jahr in nördlicher Richtung ging. Wichtigstes Thema: wo kann man in den jeweiligen Etappenzielorten gut übernachten?

Wir erhielten einige Telefonnummern und Adressen von günstigen Privatunterkünften, und das freundliche Ehepaar erhielt unsere Homepageadresse. Wir wünschten einander viel Glück bei unseren jeweiligen Vorhaben (die Zwei wollen noch bis nach Dänemark und Schweden!!!), und weiter gings in Richtung Mölln.

Nach wenigen Metern trafen wir auf zwei weitere E1-Wanderer, die wir am Vortag schon kurz kennengelernt hatten und dieselbe Richtung wie wir gingen. Wir stellten fest, daß wir heute die gleiche Wegstrecke hatten, und ca. bei Halbzeit der Tagestour trafen wir uns erneut, als Nele und ich unser zweites Frühstück einnahmen.

Interessant und eigenartig sind die dabei entstehenden Gespräche, die ein wenig an eine Partie Fernschach erinnern: Man bespricht kurz ein Thema, und verabschiedet sich mit einem freundlichen "bis später", um dann das angefangene Gespräch fortzuführen.

Gegen 14 Uhr erreichten wir Mölln, was ich mir viel flacher vorgestellt hatte als es tatsächlich war. Leider lag die Jugendherberge etwas außerhalb, aber als wir so gegen kurz vor drei unser Zimmer bezogen hatten, konnte ich endlich mal wieder den unermeßlichen Luxus eines Mittagsschlafes genießen.