Montag, 9. Mai 2005

20. Etappe: Schleswig-Holstein

Von Kuddewörde nach Hamburg
Unsere letzte Etappe in Schleswig-Holstein führte uns zunächst durch den Sachsenwald. Dort wanderten wir einsam und in idyllischer Stille am Billeufer entlang. Wieder sahen wir den zu Beginn dieses Forstes angekündigten Eisvogel nicht. Er ist und bleibt wohl ein Phantom.

Später ging es durch mehrere kleine Ortschaften, und schon da fiel uns das vermehrte Auftauchen des Autokennzeichens "HH" auf. Und in Bergedorf wurde es endgültig Gewißheit: Wir hatten unser erstes Bundesland hinter uns.

Aus diesem Grund möchten wir uns bei allen Schleswig-Holsteinern für ihre Gastfreundschaft bedanken. Wir erlebten in den vergangenen drei Wochen sehr freundliche und fröhliche Menschen (Moin Moin), die ihre Wanderwege hervorragend markiert und gepflegt halten, die reichlich Bänke für müde Wanderer aufgestellt haben, und die uns ein Wetter präsentierten, welches so gar nicht dem norddeutschen Klischee entsprach: an 18 von 20 Tagen hatten wir keinen Tropfen Regen, im Gegenteil, wir mußten reichlichst auf unsere Sonnencreme zurückgreifen.

Des weiteren ist dieses nördlichste Bundesland gesegnet mit einer sehenswerten Natur und Kultur: Wälder, Seen, die Ostsee, eine reichhaltige Tierwelt, in der sogar Schlangen keine Seltenheit sind, aber auch sehr malerische Dörfer und Städte, die alle einen Besuch wert waren.

Wir haben uns in Schleswig-Holstein sehr wohl gefühlt und sagen "Danke und Tschüß"!

19. Etappe: Gelb

Von Güster nach Kuddewörde
Der erste Blick aus dem Fenster deutete auf wechselhaftes Wetter hin, da die zahlreich vorhandenen Wolken von kräftigem Westwind vorwärts getrieben wurden. Pünktlich um halb neun machten wir uns auf, um das heutige Teilstück von Güster nach Kuddewörde (33 km) in Angriff zu nehmen.

Nach wenigen Kilometern kamen wir mitten im Wald an einen beschrankten Bahnübergang, welcher an beiden Seiten mit gelben Kästen versehen war. Per Aushang wurden wir aufgefordert, einen dort angebrachten Knopf zu drücken. Nele war so frei, und siehe da, die Schranke öffnete sich.

Nach der Überquerung der Gleise riefen wir in den gegenüberliegenden gelben Kasten ein freundliches "Danke", woraufhin der Bahnbeamte am Ende der Leitung uns ein ebenso freundliches "gerne und tschüß" erwiderte. So fröhlich und eifrig sind Bahnbedienstete!

Weiter ging es durch duftende Kiefernwälder, und nach Überquerung der Autobahn Hamburg - Berlin wurde die in der Natur häufig anzutreffende Farbe Grün durch ein eher seltenes, hier aber äußerst zahlreich vorhandenes Gelb ergänzt.

Riesige leuchtende und wohlriechende Rapsfelder durchwanderten wir, die den Farbsensor der Digitalkamera forderten und einmal, aufgrund der einfallenden und reflektierenden Sonnenstrahlen, sogar überforderten. Neben dem Raps, der ja eher von hellem Gelb ist, standen ganze Kuhweiden im satten Gelb des blühenden Löwenzahns.

Und zu guter Letzt sahen wir einen kleinen mir unbekannten Singvogel, der passend zu seiner Umgebung sein gelb-braunes Federkleid zur Schau stellte.

Nach langer und anstrengender Wanderung erreichten wir unsere Herberge nebst Wirtshaus und ließen uns Schnitzel servieren. Beilage: goldgelbe Pommes; Getränk: goldgelber Gerstensaft.