Mittwoch, 11. Mai 2005

24. Etappe: Schwarze Berge

Von Hamburg nach Buchholz i.d. Nordheide
Nach über 450 km haben wir unsere ersten beiden Bundesländer, nämlich Schleswig-Holstein und die Freie und Hansestadt Hamburg, hinter uns gelassen und heute niedersächsischen Boden in Form der "Schwarzen Berge" betreten.

Diese Gebirgsformation liegt südlich der noch auf Hamburger Gebiet gelegenen "Fischbeker Heide" und zeichnet sich durch die Farbe "Schwarz" aus.

In den Schwarzen Bergen ist der Wald schwarz, der Boden ist schwarz, die Hosenbeine färben sich aufgrund des matschigen Bodens schwarz, und viele Vögel, vor allem die Krähen, sind auch schwarz.

Des weiteren muß derjenige, der für die Trassenführung des E1 in diesem Gebiet verantwortlich zeichnet, mit reichlich schwarzem Humor gesegnet sein, da er mit beinahe wissenschaftlicher Präzision jegliche soeben erklommenen Höhenmeter durch entsprechende Gefällstrecken ausgleicht, und das ohne irgendeine dringende Notwendigkeit.

Auf alle Fälle haben wir auch diese Etappe genossen, da sie sehr naturnah und abgelegen ausgelegt war. Gegen Abend hatten wir sogar das Glück, zwei junge Rehe aus wenigen Metern Entfernung beobachten zu können, ohne von ihnen entdeckt zu werden.

In Buchholz kamen wir gegen halb sieben ziemlich erschöpft und müde an. Und um die heutige Strecke vor unserem geistigen Auge zu rekapitulieren, müssen wir eigentlich nur eines machen: Augen zu, und es wird schwarz!

23. Etappe: Spaziergang

Wo hört ein Spaziergang auf und wo beginnt eine Wanderung?

Eine philosophische Frage von immenser Bedeutung. Denn schließlich wird auf diesen Seiten von einer Wanderung von Flensburg nach Wien gesprochen. Und nicht von einem Spaziergang. Denn soviel können wir nach mittlerweile über 400 km konstatieren: ein Spaziergang ist das nicht!

Oder unterscheiden sich Spaziergang und Wanderung durch das Mitführen bzw. Nicht-Mitführen eines Rucksacks, gefüllt mit 15 Kg Klamotten, Lebensmitteln und Tralala?

Nun, wir haben uns zu der Sichtweise durchgerungen, daß Spaziergänge und Wanderungen im Grunde auf derselben Basis stehen, nämlich auf der stetigen Abfolge von Schritten, ausgeführt in dauerhaftem Wechsel von rechtem und linkem Bein. Und insofern war das, was wir heute auf den lediglich 5 km zwischen Hamburg-Teufelsbrück und Hamburg-Blankenese vollbracht haben, sowohl Spaziergang als auch Wanderung.

Übrigens ist dieses Teilstück sehr reizvoll, da man direkt an der Elbe entlang lustwandelt und die gemütlichsten Hamburger Stadtteile, nämlich Övelgönne und Blankenese, kennenlernt.

Wir haben diesen Trip auf alle Fälle sehr genossen, da er genügend Möglichkeiten zum Schlendern, Trödeln und Parkbank benutzen bietet, und das war genau das, was wir beinahe verlernt hatten.