Von Steinhude nach Bad Nenndorf
Geht man den E1 von Steinhude am Meer nach Bad Nenndorf, so entdeckt man den Ort Hagenburg, einen künstlichen Kaliberg in Mesmerode, einen brütenden Storch auf dem Kirchturmdach von Idensen, den Mittellandkanal sowie die lärmende A2 kurz vorm Etappenziel.
Und so ganz nebenbei hat man die Chance, eine kurze aber unterhaltsame Rast in einem überdachten Wandererhäuschen einzulegen, welches kurz hinter Idensen liegt.
Jeder kennt, vorrangig wohl aus der Schulzeit, das Phänomen der vollgekritzelten Toilettenwände. Es sind oft die gleichen, immer wiederkehrenden dummen Sprüche, welche die Themengebiete von Erotik über Politik bis zum sinnlosen Blödsinn abhandeln. Doch hin und wieder kann man auch einen Spruch finden, der einen so richtig zum Lachen bringen kann.
In dem netten Wandererhäuschen von heute Mittag stand so ein Spruch, der für sich genommen eher unspektakulär daherkommt. Stellt man sich jedoch zwei männliche pubertierende Jungs beim Niederschreiben und Sich-Überbieten-Wollen vor, so kommt eine gewisse Komik in die Sache.
Und nun endlich der dumme Spruch, der im Grunde die Steigerungsformen des Komparativs und Superlativs widerspiegelt:
Gaby ist ein Schinken!
Gaby ist eine Salami!
Gaby ist eine Mortadella!
Humor ist, wenn man trotzdem lacht...
nele und philipp - 23. Mai, 13:58
Von Otternhagen nach Steinhude
Hurra, wir haben den ersten kompletten Monat erfolgreich hinter uns gebracht!
Und zur Feier des Tages war die heutige 32. Etappe mit 15 km auch sehr kurz. Wir kamen ohne große Zwischenfälle zügig voran und trotteten schon gegen 14 Uhr in Steinhude am Meer ein. Zunächst deponierten wir die Rucksäcke in unserer Unterkunft, dann kauften wir genügend Proviant für den morgigen Tag ein, und ab 15.30 Uhr hatten wir einen freien Nachmittag! Und das bei bestem Wetter mit Sonnenschein und 20 Grad. Da gabs nur eins: ein Eis gekauft und ab mit dem Tretboot aufs Meer. Eine Stunde lang haben wir in die Pedale getreten und festgestellt, daß alle um uns herum nur mit Elektrobooten fuhren. Entweder sind wir nun die Idioten, oder alle anderen...
Auf jeden Fall macht Tretboot fahren hungrig, und das haben wir unseren italienischen Gastronom auch spüren lassen.
Insgesamt ein sehr abwechslungsreicher "Tag am Meer".
nele und philipp - 23. Mai, 13:56
Von Fuhrberg nach Otternhagen
Unser heutiger Weg führte uns von Fuhrberg über Wennebostel nach Otternhagen, und diese Ortsangabe hilft dem aufmerksamen Leser sicherlich weiter...
Egal, auf alle Fälle gabs auf dieser Strecke viel Natur zu bestaunen; unter anderem sahen wir 7 Hasen und 18 Rehe. Gerade die letzteren tauchen vermehrt in den schon recht hoch stehenden Getreidefeldern auf, in denen sie auch ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Unser erstes Rehkitz diesen Jahres konnten wir auch entdecken.
Was auf dieser Tagestour viel seltener als Reh und Hase vorkam, das waren Sitzbänke. Diese aus wenigen Holzbrettern leicht anzufertigenden Wandererrefugien waren absolute Mangelware, und das, obwohl die Landschaft wirklich sehenswert war.
Unsere erste Bank tauchte nach drei langen Wanderstunden an einer Landstraße auf. Wer bitte möchte bei seiner Pause eine Landstraße begucken? Die zweite Bank gab es dann nach weiteren zwei Wanderstunden in Form einer an der Schnellstraße liegenden Bushaltestelle, in der sich noch das Laub des vergangenen Herbstes sammelte.
Und das war es auch schon mit den Bänken an unserer Strecke, bis, ja, bis wir in die Peripherie von Otternhagen eintauchten. Dort ist man sich der Gegenwart des Europäischen Fernwanderweges sehr bewußt, und hat direkt am Weg mindestens 8 Bänke mit Tischen und Wegweisschildern, die einem die Richtungen "Bodensee" bzw. "Flensburg" anzeigen, plaziert.
Leider war Otternhagen unser heutiges Tagesziel, und daher konnten wir die Bänke angesichts unserer Herberge gar nicht mehr geniessen. Dennoch: Großes Dankeschön an Otternhagen!
nele und philipp - 23. Mai, 13:54
Von Celle nach Fuhrberg
Als alter Jäger und erfahrener Wildbeobachter habe ich schon so einiges erlebt, aber wie der heutige Tag, den wir zwischen Celle und Fuhrberg verbringen durften, zeigte, gibt es immer noch Begebenheiten, die man noch nicht erlebt hat.
Es war der Tag der Füchse. Normalerweise ist dieser rote Vierbeiner ja als sehr schlau bekannt, und aufmerksam ist er auch. Insofern kommt man als Fußgänger recht selten in die Verlegenheit, einen Fuchs zu sehen, der einen noch nicht schon lange vorher erspäht hat, und von dem man dann naturgemäß nur noch das Hinterteil erblickt.
Wir hatten heute gleich viermal das große Glück, den Fuchs zu erkennen, bevor er uns bemerkte. Das erste Mal trabte er über den vor uns liegenden Weg und tauchte auf dem daneben liegenden Pferdehindernisparcours auf. In Seelenruhe schleichte er durch die Oxer und Steilsprünge auf der Suche nach Mäusen, und wir konnten ihn sicherlich fünf Minuten betrachten, ehe er sich mit gefülltem Fang davonmachte.
Nur ca. 100 Meter weiter - wir besprachen gerade unser soeben erlebtes, seltenes Schauspiel - sahen wir rechter Hand auf einer sattgrünen Wiese einen weiteren Reineke heranschnüren. Auch er hatte uns nicht bemerkt. Und so standen wir bestimmt 20 Minuten mit Kamera und ungläubigen Gesichtern, und schauten unserem Freund bei der Jagd zu. Hochkonzentriert wartete er an einer Mäusesiedlung, und sobald sich ein Nager blicken ließ, schnellte der Fuchs mit ausgestreckten Vorderfüßen im Strecksprung seiner Beute entgegen. Er kam uns nach und nach bis auf ca. 30 Meter entgegen, sodaß auch die Fotos recht ordentlich wurden.
Irgendwann gingen wir weiter, und nach unserer Mittagspause hatten wir noch zwei weitere Male das Vergnügen mit den roten Gesellen.
Da bewahrheitete sich die gute alte Platitüde: Fuchs kann immer kommen!
nele und philipp - 23. Mai, 13:52
Von Müden an der Oertze nach Celle
Wir befinden uns momentan im Großraum Munster - wohlgemerkt mit "u" und nicht mit "ü" - welches bundesweit hauptsächlich wegen seiner Truppenübungsplätze bekannt ist. Im Grunde ist Munster fast vollständig von diesen Spielplätzen für große Jungs umgeben. Hier können sie Panzer fahren, mit Maschinengewehren rumballern, und sich des weiteren in einer Sportart üben, die man auch nach dem Wehrdienst immer wieder gerne ausübt, nämlich dem "Täuschen, Tarnen und Verpissen".
Als Wanderer erwartet man in solch einer Gegend eigentlich wenig Positives, hört sich dies allesamt nach viel Lärm und kaputtgefahrenen Wanderwegen an.
Die letzten beiden Tage haben uns jedoch gelehrt, daß dem nicht unbedingt so sein muß.
Zwar erhielten wir per diverser Warnschilder Anordnungen und Befehle vom Standortältesten, vom Commander und sogar vom Bundesverteidigungsminister, doch ansonsten war Kritik fehl am Platze.
Wir hörten keinen einzigen Gewehrschuß in den vergangenen zwei Tagen, und die Wege waren recht gut in Schuß. Besonders gefallen hat uns die reichhaltigst vorhandene Tierwelt. Wir sahen unter anderem einen schwarzen Rehbock, zwei Füchse, Hasen und Rebhühner. Weiterhin fanden wir Fußabdrücke von Rotwild, Marder und Schwarzwild, wobei letzteres wohl in rauhen Mengen dort vorhanden ist.
Und auch landschaftlich haben die Truppenübungsplätze ihren Reiz aufgrund der großzügigen Heideflächen, die andernorts oft durch "planvolle" Landwirtschaft wegrationalisiert wurden.
Auf jeden Fall sind wir gespannt, ob die niedersächsische Natur uns in den nächsten Tagen auch ohne Große-Jungs-Spielplätze begeistern wird.
nele und philipp - 23. Mai, 13:50
Von Soltau nach Müden an der Oertze
"Wasser ist zum Waschen da", sagt meine Großmutter immer. Das ist sicherlich richtig, aber Wasser kann noch soviel mehr.
Morgens füllen Nele und ich das kühle Nass in unsere jeweils zwei Liter fassenden Trinkbeutel, um es dann im Laufe des Tages schluckweise zu konsumieren.
Später sehen wir das Wasser in diversen Flüssen oder Bächen fließen, so z.B. heute in der durch Soltau strömenden Böhme sowie in der durch Müden gleitenden Örtze.
Unterwegs hatten wir 100% Wasserbegleitung in Form eines neunstündigen Dauerlandregens, der unsere Rucksäcke und Schuhe mit reichlich Feuchtigkeit füllte.
Später, als wir unser Zimmer bezogen hatten, genossen wir den Regen weitaus mehr als in den Stunden zuvor, hatte er doch nun die angenehme Temperatur von 38 Grad.
Den wichtigsten Wasserkontakt haben wir jedoch regelmäßig abends: da trinken wir es als goldgelbliches Gebräu, garniert mit einer appetitlichen weißen Schaumhaube. Es trägt dann so seltsame Namen wie Jever, Ratsherrn oder Dithmarscher, und ist immer nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut.
Na denn, Prost!
nele und philipp - 23. Mai, 13:47
Von Bisping nach Soltau
Die Eßgewohnheiten eines Wanderers weichen von denen der "normalen" Bevölkerung ab. Da wir am heutigen Tage lediglich eine für uns mittlerweile überschaubare Strecke von 20 km zu absolvieren hatten, konnten wir uns etwas Zeit für ausgedehntere Pausen gönnen.
Die Erste streuten wir nach zweistündigem Marsch entlang der Museumsbahnlinie Bispingen - Soltau sowie der Autobahn Hamburg - Hannover ein. Der Speiseplan bot Grapefruit mit Zucker, Hackbällchen mit Senf sowie die gute Pfefferminzschokolade der Firma van Netten. Sehr delikat.
Nach weiteren 90 Minuten gabs dann einen frisch geschälten Apfel sowie Brötchen mit Käse.
Mahlzeit.
Nur eine Stunde später dann eine weitere wohlverdiente Pause mit dem Rest der Hackbällchen, mit zwei reifen Bananen und zum Abschluß "Dinkelchen", eine kleine Leckerei aus Russisch Brot und Schokolade.
Mmmmhhh.
Und abends machten wir noch einen Ausflug zum Chinamann, der Hühnchen mit acht Kostbarkeiten servierte.
Guten Appetit!
Und das Beste ist: kein Gramm zugenommen!!!
nele und philipp - 23. Mai, 13:46
Von Undeloh nach Bispingen
Soll man an einem Freitag, den 13. wandern, oder soll man stattdessen lieber im Bett liegenbleiben, viel schlafen und allen Gefahren, die an einem solchen Schicksalstag auf einen lauern könnten, aus dem Weg gehen?
Wenn es heute Morgen um sieben Uhr nach Nele gegangen wäre, so würden wir jetzt noch im lauschigen Undeloh unsere Betten hüten.
Da aber ein wolkenloser Morgenhimmel uns anstrahlte, konnten wir der angestrebten Etappe nach Bispingen nicht widerstehen. Und so stiefelten wir kurz vor neun los.
Nach wenigen hundert Metern erreichten wir die Heidefläche rund um den Wilseder Berg, welcher mit 169 m die höchste Erhebung der norddeutschen Tiefebene darstellt, und nebenbei auch unser bisheriger Tour"höhe"punkt war.
Man fühlt sich ein wenig in einen Heimatfilm der 50er Jahre zurückversetzt: keine Autos, endloses Heidekraut, leicht durchsetzt von einzelnen Kiefern oder Wacholderbüschen.
Das heutige warme Wetter verlieh der Landschaft sogar einen Hauch von Toskana; nur der fehlende Prada-Outlet machte diese Illusion zunichte.
Kurz hinter Wilsede erwartete uns dann der berühmt-berüchtigte "Totengrund", und wenig später sogar noch der "Schlangengrund", aber auch diesen Gefahren konnten wir am heutigen Schicksalstag entrinnen.
Kurz vor dem Etappenziel dann die letzte Herausforderung: McDonalds in weniger als einem Kilometer Entfernung lockte mit seinem goldgelben Emblem!
Und was keiner zu Beginn unserer Tour für möglich gehalten hätte: auch dieser unwiderstehlichen Versuchung haben wir nicht nachgegeben!!!
nele und philipp - 23. Mai, 13:43
Wir bewandern zur Zeit die klassische Lüneburger Heide zwischen Buchholz und Undeloh. Diese Gegend scheint paradisisch für Reiter und Pferde zu sein, da es genaue Richtlinien für das Benutzen der Wege und Pfade gibt, und zwar nicht nur für Autos und Fußgänger, sondern auch für die berittene Zunft.
Manche Straßen sind nur für Autos zugelassen, z.B. Autobahnen, manche nur für Pferde, z.B. Reitwege, und manche nur für Fußgänger, z.B. Bürgersteige.
Dann gibt es Wege, die dürfen von allen drei Gruppen benutzt werden, und es gibt Pfade, auf denen Fußgänger und Pferde, jedoch keine Autos erlaubt sind.
Soweit, sogut, hat man alles schon erlebt.
Neu war uns allerdings die Variante Auto erlaubt, Spaziergänger erlaubt, aber Pferd verboten. Insbesondere die mechanische Umsetzung dieser Wegnutzungsanordnung hat uns verblüfft: es handelt sich dabei um eine Schranke, deren Querbalken nicht wie üblich in ca. einem Meter, sondern in zwei Metern Höhe angebracht ist. Dies hat zur Folge, daß sowohl Fußgänger, als auch PKW bequem unter der Schranke passieren können, Reiter auf ihren Pferden jedoch hängenbleiben.
Da wir auf so abgesperrten Wegen keine Pferde antrafen, kann man davon ausgehen, daß diese "Pferdeschranken" tatsächlich funktionieren.
nele und philipp - 23. Mai, 13:41