Montag, 20. Juni 2005

62. Etappe: Felsenmeer

Von Ober-Ramstadt nach Lautertal-Reichenbach
Endlich waren wir mal wieder am Meer! Naja, natürlich nicht an einem normalen Meer, mit Wasser und so, sondern am Felsenmeer, beheimatet bei Reichenbach im nördlichen Odenwald. Dieses Meer besteht aus einer großen Anzahl von rundlichen Felsblöcken, welche optisch den Eindruck eines Wasserfalls vermitteln, und das über annähernd 300 Höhenmeter. Und da perfektes Wetter sowie Wochenende war, waren hunderte von Kindern mit ihren hunderten von Eltern unterwegs. Dauernd hörte man Sätze wie "Guck mal" und "ich bin schneller als du" aus Kindermündern, welche dann von den Erwachsenen mit "sei vorsichtig" und "langsam, langsam" beantwortet wurden.

Unten und oben warteten die obligatorischen Eis-Busse und Kioske, welche auch als perfekte Motivationshilfen der Erwachsenen mißbraucht wurden: Kind:"Wie lange noch? Ich kann nicht mehr"; Erwachsener:"Wir sind gleich da, und oben gibt`s ein Eis!"

Alles genau so, wie es schon immer war, heute, vor einem und vor zehn Jahren.

Schön, wenn heutzutage mal etwas so bleibt wie es ist!

61. Etappe: Clubs

Von Dreieichenhain nach Ober-Ramstadt
Auf der Stecke von Dreieichenhain nach Ober-Ramstadt passierten wir das Jagdmuseum Kranichstein, welches im gleichnamigen Schloß beheimatet ist. Rund ums Museum sind hunderte von Informationstafeln aufgestellt, die den interessierten Wanderer über das deutsche Waidwerk aufklären. Leider konnten wir diese nicht alle lesen, da wir unser Tagesziel noch in weiter Ferne wußten, und vorher nicht mit einer Herberge zu rechnen war. Dennoch freuten wir uns über eine recht neu angelegte Allee, an der die "Bäume des Jahres" der vergangenen Dekade aufgereiht standen. Unter anderem dabei waren die Eiche, die Buche, der Spitzahorn sowie der Speierling.

Später am Ortseingang von Ober-Ramstadt wurde eine weitere meiner Bildungslücken geschlossen. War ich bisher noch davon ausgegangen, daß Kaninchenzüchtervereine lediglich als verbale Karikatur für kleinkariertes deutsches Vereinswesen im Sprachgebrauch existierten, so standen wir nun vor dem Anwesen eines real vorhandenen und bestehenden Karnickelzuchtclubs. Direkt nebenan hatte dann sogar noch der örtliche Brieftaubenverein sein Zuhause.

Erfreut konnten wir feststellen, daß einiges dran ist an der guten alten Platitüde: Reisen bildet!