Das geht mir alles ein bißchen zu fix hier: erst gestern haben wir uns von unserem letzten Zweitausender verabschieden müssen, und heute folgt dann gleich noch der letzte Tausender. Unverschämt, sowas! Immerhin haben wir für unseren ersten Tausender ehrfürchtige 70 Etappen trainiert, und der erste Zweitausender krönte unsere 91. Tagestour.
Andererseits ist es vielleicht auch ganz gut, wenn langsam aber sicher die letzten Etappen bis zur Sachertorte anbrechen, denn irgendwie hat man ja nach über 150 Tagen doch ein wenig Hunger angesammelt...
Insofern freuen wir uns, daß der Rest unseres Gesamtvorhabens eher Mittelgebirgscharakter hat. Und mit etwas Glück und Orientierunggeschick könnten wir "schon" am Sonntag in Wien sein.
Wenn das mal gut geht...
nele und philipp - 22. Sep, 09:06
Ach herrje, wie die Zeit doch verfliegt. Im einen Moment hängt man noch in Flensburg rum und erwartet in weiter Ferne die ersten Mittelgebirgshügel, und ehe man sichs versieht ist man 3000 km gelaufen und hat schon den letzten Tourzweitausender abgehakt.
Der aber hatte es so richtig in sich! Wir gingen morgens um 9 im Weichtal, welches auf 563m liegt los: sanfter Regen und leichte Brise. Als wir 5 Stunden später dann auf dem Gipfel des 2075m hohen Klosterwappens standen, waren wir umgeben von dichtem Nebel, Eisregen mit Graupelzusätzen, stürmischem Wind und 2 Grad unter Null kalter Luft. Glücklicherweise wartete nur 10 Minuten entfernt die Fischerschutzhütte. Der dortige Wirt machte ein ziemlich ungläubiges Gesicht, als er die ersten beiden bekloppten Tagesgäste begrüssen konnte. Dennoch erhielten wir heiße Suppen zum wohlverdienten Aufwärmen. Und wenn man dann still und leise die wohlschmeckende Speise in sich hineinschlürft und seinen Gedanken nachhängt, kommt man ganz schnell zu dem Schluß, daß das besondere dieses Gipfels nicht die Kletterei oder die Aussicht oder die Höhe ist, sondern das Wetter und die Belohnungssuppe.
nele und philipp - 22. Sep, 09:05
Da rennt man seit zwei Monaten durch die Alpen, über die ausgefallensten und seltsamsten Berge, und dennoch schaffen es die Teams der jeweiligen Alpenvereinssektionen, insgesamt mit lediglich 5 Leitern zur Sicherung von schwierigen Kletterpassagen auszukommen. Bis dann der heutige Tag in Form des Wachthüttelkamms aufzog. Auf diesem Steig hat man bald nicht mehr das Gefühl, in der natürlichen Bergwelt zu lustwandeln. Eher fühlt man sich verloren im Auslieferungslager der Leiterfirma Hailo (die mit dem roten Punkt). Insgesamt hatten wir das Vergnügen, mindestens 20 Leitern, manche davon bis zu 25 Meter lang, hinabzusteigen. Da hängt man in der Wand und hofft angesichts des vielen Metalls, daß nicht gerade jetzt irgendwo auf dem Berg der Blitz einschlägt...
Nun denn, den Erbauern dieses modernen Kunstgebildes können wir versichern, daß sie alles, aber auch wirklich alles getan haben, um die Sicherheit auf dem Weg zu gewährleisten. Allerdings sollte man dann in Innenstädten auch dazu übergehen, die Zebrastreifen abzuschaffen und stattdessen Fußgängerüberführungen zu konstruieren. Sicher ist sicher!
nele und philipp - 22. Sep, 09:03