Sonntag, 25. September 2005

152. Etappe: Fertig

Herzlichen Glückwunsch an alle treuen Leser dieser Berichte: Dies ist der Letzte! Ihr habt es geschafft, und wir jetzt auch. Ja, wir sind nun tatsächlich in Österreichs Hauptstadt angekommen und haben im Cafe Sacher unsere wohlverdiente gleichnamige Torte verschlungen. Eben noch ein paar Statistikdaten: Wanderstrecke horizontal - 3202000 Meter; Wanderstrecke vertikal - 82862 Meter; verschlissene Paar Schuhe - 2; gegessene Tafeln Milkaschokolade - 200 (geschätzt); Wandertage - 152; Ruhetage - 8; Regentage - 15; gesehene Golfplätze - 6; Kilometer pro Wandertag - 21,7; betretene Staaten - 4; gelesene Bücher - 16,5; Nervenzusammenbrüche - nicht gezählt...

Mehr Statistik fällt mir momentan nicht ein.

Jetzt aber noch ein großes dickes Dankeschön für Eure ganzen Mails und Gästebucheinträge. Sie haben uns moralisch über so manchen Berg geholfen!

Wir sitzen jetzt im Nachtzug gen Heimat, sind totmüde und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

Wie heißt das doch so schön am Niederrhein: Bis die Tage. Man sieht sich.

151. Etappe: Es ist Herbst

Es ist Herbst, und nach einem Sommer, in dem permanent der 70er-Jahre-Hit von Rudi Carrell namens "Wann wirds mal wieder richtig Sommer" im Radio auf und ab gespielt wurde, sorgte der heutige Tag eindeutig für eine Linderung der gestressten Meteorologenseele. Die Sonne ballerte ihre Strahlen auf Niederösterreich, und die Cabrios wurden wieder ausgemottet. Auch das Wandervolk war frohen Mutes, als es sich langsam aber stetig in Richtung Wien vorarbeitete. Immerhin hat man es nun bis nach Sittendorf geschafft, und für Morgen ist zumindest das Erreichen der äußeren Wiener Stadtgrenze fest eingeplant.

Da sind wir ehrlich und aufrichtig froh, daß Wien nicht in Texas liegt, und daß der europäische Herbst keine Rita kennt.

150. Etappe: Hirschbrunft

150 Tage ohne Hirsch - für einen Jäger eine verdammt lange Zeit! Vor allem, wenn man in diesen 150 Tagen ca. 1000 Stunden in Wäldern verbracht hat, in denen Hirsche durchaus vorkommen können.

Und auch heute haben wir wieder keinen Hirsch gesehen. Leider. Aber immerhin haben wir Hirsche gehört. Hier in Österreich ist nämlich in den letzten Tagen die Hirschbrunft ausgebrochen, und nun schreien und röhren die Könige der Wälder zuweilen auch am hellichten Tag.

Sie wollen wohl sagen: "He schaut her, seit 150 Tagen führen wir euch an der Nase herum, und nun lachen wir euch auch noch aus"...

Irgendwie scheinen die Hirsche diesmal wirklich den längeren Atem zu haben. Wobei ich sagen muß: Das Abendessen soeben hat wirklich köstlich geschmeckt; die reinste Gaumenfreude. Übrigens: es gab Hirschrückensteaks...