Montag, 23. Mai 2005

29. Etappe: Truppenübungsplätze

Von Müden an der Oertze nach Celle
Wir befinden uns momentan im Großraum Munster - wohlgemerkt mit "u" und nicht mit "ü" - welches bundesweit hauptsächlich wegen seiner Truppenübungsplätze bekannt ist. Im Grunde ist Munster fast vollständig von diesen Spielplätzen für große Jungs umgeben. Hier können sie Panzer fahren, mit Maschinengewehren rumballern, und sich des weiteren in einer Sportart üben, die man auch nach dem Wehrdienst immer wieder gerne ausübt, nämlich dem "Täuschen, Tarnen und Verpissen".

Als Wanderer erwartet man in solch einer Gegend eigentlich wenig Positives, hört sich dies allesamt nach viel Lärm und kaputtgefahrenen Wanderwegen an.

Die letzten beiden Tage haben uns jedoch gelehrt, daß dem nicht unbedingt so sein muß.

Zwar erhielten wir per diverser Warnschilder Anordnungen und Befehle vom Standortältesten, vom Commander und sogar vom Bundesverteidigungsminister, doch ansonsten war Kritik fehl am Platze.

Wir hörten keinen einzigen Gewehrschuß in den vergangenen zwei Tagen, und die Wege waren recht gut in Schuß. Besonders gefallen hat uns die reichhaltigst vorhandene Tierwelt. Wir sahen unter anderem einen schwarzen Rehbock, zwei Füchse, Hasen und Rebhühner. Weiterhin fanden wir Fußabdrücke von Rotwild, Marder und Schwarzwild, wobei letzteres wohl in rauhen Mengen dort vorhanden ist.

Und auch landschaftlich haben die Truppenübungsplätze ihren Reiz aufgrund der großzügigen Heideflächen, die andernorts oft durch "planvolle" Landwirtschaft wegrationalisiert wurden.

Auf jeden Fall sind wir gespannt, ob die niedersächsische Natur uns in den nächsten Tagen auch ohne Große-Jungs-Spielplätze begeistern wird.

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