Samstag, 28. Mai 2005

39. Etappe: Essellka

Von Altenbeken nach Herbram-Wald
Vom leicht verschlafenen, aber durchaus sympatischen Altenbeken an der Beke führte uns der E1, welcher hier auch Eggeweg heißt, ins wirklich verschlafene, aber ebenso sympatische Dorf Herbram-Wald, welches seine bescheidene und abgeschiedene Existenz wohl hauptsächlich der dort verlaufenden Eisenbahntrasse verdankt. Da diese Trasse jedoch in den vergangenen Jahren rückgebaut wurde, und somit die Züge ausblieben, hat sich die ortsansässige Hoteleriebranche auf eine neue Zielgruppe eingeschossen.

Als wir jedenfalls die Herbram-Walder Eisenbahnbrücke, die nunmehr über keinen Schienenstrang mehr führt, überquert hatten und auf unser Hoteldomizil zusteuerten, standen dort in Reih und Glied nach preußischer Akkuratesse geparkt ca. 10 - 15 Fahrzeuge der Karosserieschmiede Daimler Chrysler, welche allesamt auf den Namen "Essellka" zu hören schienen.

Alle waren sie silber lackiert, bis auf den des Häuptlings, denn der war rot. Hier fand also kein Treffen der "anonymen Alkoholiker" statt, sondern eine Zusammenkunft der "bekennenden Zweisitzer-mit-Stern-Fahrer".

Der Körperumfang der meisten Vereinsmitglieder ließ erahnen, daß es sich hier um einen echten "Lustclub" mit ausschließlich geselligem Charakter handelte. Es muß eben nicht immer der Sportverein sein!

Wir jedenfalls freuten uns über diese glücklichen und sehr freundlichen Autofreaks, die bis spät in den Abend auf der Terrasse saßen und über ihre "Essellkas" fachsimpelten, taten sie doch genau das, was sie wohl gerne taten.

Und so gingen wir in aller Frühe am kommenden Morgen weiter unseres Weges, da wir eben gerne wandern.

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