55. Etappe: Jakobsweg
Von Obernhof/Lahn nach Balduinstein
Der Pfad führte uns den ganzen Tag oberhalb der Lahn entlang, genau genommen den Teil zwischen Obernhof und Balduinstein. Dieser Weg ist hier nicht nur der Europäische Fernwanderweg E1; gleichzeitig bildet er den Lahnhöhenweg und auch den sehr bekannten Jakobsweg, welcher nach vielen hundert Kilometern im spanischen Santiago de Compostela endet.
Auf einem so berühmten Wegstück erwarteten wir am gerade gestarteten Wochenende bei trockener Witterung Hochbetrieb. Doch es kam - wie so oft - ganz anders. Zunächst begegneten wir lange Zeit niemandem. Die einzigen Menschen, die wir erblicken konnten, waren langsam und fröhlich durchs ruhige Lahnwasser gleitende Kanuten in ihren mit reichlich Bier beladenen Ruderbooten.
Doch dann, nach zwei Stunden, kam uns eine ca. 20köpfige Wandergruppe entgegen. Der Altersschnitt lag bei 60 Jahren, so daß durchaus die Möglichkeit gegeben gewesen wäre, daß hier Jakobswegpilger unterwegs waren.
Doch dann wurden wir jäh dieser Illusion beraubt: eine Dame trug doch tatsächlich auf diesem schon beinahe alpinen Pfad, welcher zur Lahn hin fast senkrecht hinabstürzte und gleichzeitig recht matschig war, goldene Slipperhalbschuhe! Wie auf Stelzen bewegte sie ihre edlen Galoschen voran, wobei ein leichtes Schmunzeln über ihre Fortbewegungsweise den übrigen mit Bergstiefeln ausgestatteten Mitwanderern ins Gesicht geschrieben stand. Da konnten wir uns nur herzlich anschließen.
Nach dieser Begegnung wanderten wir noch gut sechs Stunden weiter und trafen lediglich unseren E1-Kollegen, welchen wir vor drei Tagen in Selters kennengelernt hatten und der auch zum Bodensee will. Ansonsten war heute auf dem Jakobsweg keine Menschenseele unterwegs, und das, obwohl wir ja nun der Papst sind. (Zitat "BILD" nach der Ratzinger-Wahl: Wir sind Papst)
Die Papst-Euphorie scheint gedämpft.
Der Pfad führte uns den ganzen Tag oberhalb der Lahn entlang, genau genommen den Teil zwischen Obernhof und Balduinstein. Dieser Weg ist hier nicht nur der Europäische Fernwanderweg E1; gleichzeitig bildet er den Lahnhöhenweg und auch den sehr bekannten Jakobsweg, welcher nach vielen hundert Kilometern im spanischen Santiago de Compostela endet.
Auf einem so berühmten Wegstück erwarteten wir am gerade gestarteten Wochenende bei trockener Witterung Hochbetrieb. Doch es kam - wie so oft - ganz anders. Zunächst begegneten wir lange Zeit niemandem. Die einzigen Menschen, die wir erblicken konnten, waren langsam und fröhlich durchs ruhige Lahnwasser gleitende Kanuten in ihren mit reichlich Bier beladenen Ruderbooten.
Doch dann, nach zwei Stunden, kam uns eine ca. 20köpfige Wandergruppe entgegen. Der Altersschnitt lag bei 60 Jahren, so daß durchaus die Möglichkeit gegeben gewesen wäre, daß hier Jakobswegpilger unterwegs waren.
Doch dann wurden wir jäh dieser Illusion beraubt: eine Dame trug doch tatsächlich auf diesem schon beinahe alpinen Pfad, welcher zur Lahn hin fast senkrecht hinabstürzte und gleichzeitig recht matschig war, goldene Slipperhalbschuhe! Wie auf Stelzen bewegte sie ihre edlen Galoschen voran, wobei ein leichtes Schmunzeln über ihre Fortbewegungsweise den übrigen mit Bergstiefeln ausgestatteten Mitwanderern ins Gesicht geschrieben stand. Da konnten wir uns nur herzlich anschließen.
Nach dieser Begegnung wanderten wir noch gut sechs Stunden weiter und trafen lediglich unseren E1-Kollegen, welchen wir vor drei Tagen in Selters kennengelernt hatten und der auch zum Bodensee will. Ansonsten war heute auf dem Jakobsweg keine Menschenseele unterwegs, und das, obwohl wir ja nun der Papst sind. (Zitat "BILD" nach der Ratzinger-Wahl: Wir sind Papst)
Die Papst-Euphorie scheint gedämpft.
nele und philipp - 12. Jun, 14:58
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