Donnerstag, 14. Juli 2005

83. Etappe: Burgenland

Für Burgen- und Ruinenfans hätte die heutige Etappe ein wahres Festival werden können, wäre da nicht ein verwirrter Wegeplaner gewesen, der sich wohl etwas zu lange in der prallen Sonne sein Hirn hat verschrumpeln lassen. Wir haben sage und schreibe 5 Ruinen des Hegau beinahe besichtigt, indem wir die dazugehörigen Berge beinahe erklommen. Jedesmal, wenn man ca. 90 Prozent des jeweiligen Gipfels gemeistert hatte, wurde man wieder hinabgelotst. Um das Gipfelkreuz wurde man jedesmal betrogen. Hier war wohl ein Hohepriester des coitus interruptus am Werk, ein profilneurotischer und minderwertigkeitskomplexbehafteter Wanderfunktionär, der jeglichen Bezug zur schönen und befriedigenden Wandererrealität verloren hat. Ein Wanderer will wandern und seine Wanderung genießen, und sicherlich nicht ohne jeglichen Sinn Höhenmeter sammeln, um sie im nächsten Augenblick wieder zu verschenken.

Die Wegführung eines Europäischen Fernwanderweges hat solch ein chaotisches Verwirrspiel nicht verdient. Ich bin sicher, daß mindestens 90 Prozent aller E1-Wanderer die Strecke von Engen nach Singen bewußt nicht so gehen, wie sie ausgeschildert ist, und ehrlich gesagt, sie haben verdammt Recht damit!

Daher folgender ernsthaft konstruktiv gemeinter Vorschlag an diejenigen, welche für die Streckenführung verantwortlich sind: Schickt die Leute meinetwegen auf einen, maximal auf zwei eurer eher kleinen Hügel, aber dann bitteschön bis ganz nach oben, und lasst die restlichen drei Vulkangesteinskuppen raus aus dem Programm. Die Zufriedenheit und Freude der Wanderer wird es euch danken!

(PS: Vielleicht sind die obigen Worte etwas zu harsch gewählt, aber nach so einem Tag mußte das einfach mal raus!)

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